TV 8: Transfer über ein Kompetenzzentrum

TV 8: Transfer über das mitteldeutsche Kompetenzzentrum für die industrielle Algenproduktion

Mikroalgen gelten als attraktive Rohstoffquelle, da sie mit Hilfe von Sonnenlicht als Energiequelle und umweltschädlichem CO2 als C-Quelle ihre gesamte Biomasse effizienter als Landpflanzen und ohne Beanspruchung von Ackerbauflächen aufbauen. Basierend auf dem Tannenbaum(TBR)-Photobioreaktor der Firma GICON GmbH wurde 2013 eine Algenpilotanlage im Biosolarzentrum der HS errichtet, die ganzjährig Mikroalgenbiomasse produzieren kann. Im Fokus stehen die Entwicklung neuer Systeme zur Bestimmung maximaler Produktausbeuten, energieeffiziente Aufarbeitungstechnologien, vegane Lebensmittel, Phytopharmaka, Cosmeceuticals sowie PUFA- und Protein-angereicherte Food-Additive-/Futtermittel. Gemeinsam mit der Partnerfirma axxeo GmbH sollen IoT- und Industrie 4.0-Schnittstellen und prädikativen Steuerungsalgorithmen, die für dezentrale Energiesysteme entwickelt werden, in die Biotechnologieprozesse eingeführt werden.

Ziele des Teilvorhabens

  1. Einführung Internet-basierter Technologien für die Wirkstoffproduktion aus Algen
    • Vernetzung mit Partnern aus der regionalen Industrie (Lebensmittel-, Pharmaindustrie) und Wissenschaft (Fraunhofer-Institute Halle und Leuna, Kunststoffzentrum Merseburg, Food-Zentrum Köthen u.a.) mit dem Ziel, Industrie 4.0-Technologien, also das „Internet of Things“ (IoT), in die Algenproduktion einzuführen
    • Entwicklung innovativer Aufarbeitungstechnologien
    • Weiterentwicklung des Biosolarzentrums der Hochschule zum mitteldeutsche Kompetenzzentrum für die industrielle Algenproduktion zu entwickeln, um damit die regionale mittelständische Biotechnologiebranche wettbewerbsfähig zu erhalten
    • Etablierung eines Regionalen Innovationsforums „Biosolartechnologie“ zur Identifikation neuer, kommerziell verwertbarer Algenprodukte für Wachstumsmärkte, Marktanalysen, Abschätzung von Marktpotenzialen.
  2. Kompetenz- und Technologietransfer in die Industrie
    • Theoretische und praktische Kompetenzvermittlung im Bereich IoT-Algenbiotechnologie
    • Aktiver Transfer der Forschungsergebnisse im Bereich Mikroalgenproduktion/–produkte inkl. Lizenzvergabe und Patentverwertung;
    • Qualifizierung von Absolventen im Rahmen von AIT2-Abschlüssen und kooperative Promotionen sowie von Unternehmensgründungen im Bereich Algenprodukte und -produktion mit dem Ziel: eine erfolgreiche Unternehmensgründung pro Jahr.