TV 3: Transfer über Partneraußenstellen

TV 3: Transfer über Partneraußenstellen

Am KTA, dem Kooperations- und Transferzentrum Anhalt, wird die Ansiedlung von Außenstellen strategischer Partner aus Forschung, Wirtschaft und von Verbänden geplant. Die erste Ansiedlung erfolgt durch eine Kooperation mit dem Fraunhofer Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI). In neuen Laboren arbeiten Wissenschaftler der Hochschule Anhalt sowie des Fraunhofer Institutes gemeinsam an der Schnittstelle zwischen Roter und Weißer Biotechnologie um bisher unbekannte Wirkstoffe durch Screeningmethoden zu untersuchen. Erfolgreich getestete Wirkstoffe werden anschließend in pharmakologischen Untersuchungen überführt. Durch diese Fraunhofer-Außenstelle soll über die enge Kooperation mit der Fraunhofer Gesellschaft und ihrer industriellen Verflechtung der schnellere Transfer der Forschungsergebnisse in die Industrie ermöglicht werden.

Ziele des Teilvorhabens

Basierend auf der einzigartigen Expertisen-Kombination international renommierter Algenforscher, Pflanzeninhaltsforscher (HS Anhalt) und Biochemiker (FhG IZI-MWT, Targetvalidierung und medizinische Chemie) werden folgende Teilziele angestrebt:

  1. Aufbau einer Testbatterie an hochinteressanten Zielproteinen für die Entwicklung potentieller Pharmaka: dazu Enzyme und andere Proteine, die in entzündlichen Prozessen verschiedener pathologischer Situationen Schlüsselfunktionen einnehmen, und Testverfahren zur Untersuchung einer antimikrobiellen Wirkung der Substanzen etablieren.
  2. Wirksamkeitsnachweis von Algeninhaltsstoffen und pflanzlicher Sekundärprodukte: Die Identifizierung und Anreicherung von pflanzlichen Sekundärinhaltsstoffen erfolgen über spezifische Extraktionsverfahren und chromatographische Auftrennung. Verschiedene Assays (ELISAs, UV-Spektrometrische Methoden, Massenspektrometrie, HPLC usw.) kommen danach zur Prüfung der Wirksamkeit der Algeninhaltsstoffe zum Einsatz. Unter Nutzung der geschaffenen Möglichkeiten in TV 2 werden die zu erwartenden riesigen Datenmengen analysiert. Darüber hinaus werden pflanzliche Sekundärprodukte aus der Substanzbibliothek des KAT Kompetenzzentrums der Hochschule Anhalt in diese Untersuchungen hinsichtlich ihrer möglichen pharmakologischen Verwertung einbezogen. Diese im vorliegenden Teilvorhaben systematisch erweiterte Substanzbibliothek stellt ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal für zukünftige Interaktionen mit der regionalen Industrie dar.
  3. Darstellung der aktiven Verbindungen: Nach der Identifikation möglicher wirksamer Substanzen wird deren synthetische Zugänglichkeit geprüft, und möglicherweise durch Derivatisierungen der Startstruktur können dann Struktur-Wirkungs-Analysen durchgeführt werden, die in sogenannten Leitstrukturen für eine erste pharmakologische Prüfung münden.
  4. Untersuchungen zur Wirksamkeit im Zell- und Tiermodell: Nach Charakterisierung einer pharmakologisch wirksamen Substanz beginnen toxikologische (Cytotox) und pharmakologische Studien an zellbasierenden Systemen am FhG-IZI MWT in Halle.